Bildungsstandards:
Die österreichische Berufsbildung ist stark differenziert und damit
einzigartig in Europa. Es
bietet jungen Menschen zahlreiche
Möglichkeiten der Berufsausbildung. Sowohl das duale
System, als auch berufliche
Vollzeitschulen in den verschiedensten Fachrichtungen bieten
die Sicherheit, dass Österreichs Jugend
die optimale berufliche Ausbildung erhält. Die Absolvent/
innen der berufsbildenden höheren
Schulen erreichen mit dem 19. Lebensjahr ein
Ausbildungsniveau, das in anderen
Ländern erst durch den Abschluss einer Fachhochschule
erreicht wird.
Um den Schulen die Möglichkeit zu geben, rasch auf die Anforderungen
der Wirtschaft reagieren
zu können, wurde in den letzten Jahren
die Autonomie der Schulen verstärkt. Entscheidungen
über Lehrpläne und Schwerpunktsetzungen
wurden zu einem hohen Ausmaß
in die Entscheidungskompetenz der Schule
verlagert. Die Schulgemeinschaftsausschüsse
bestehend aus Vertreter/innen der
Lehrkräfte, Eltern und Schüler/innen treffen wichtige Entscheidungen
für die konkrete Umsetzung der Lehrpläne.
Kompetenzorientiertes Unterrichten:
Bereits im Jahr 2004 setzt die Sektion II im BMUKK mit der
Initiative „Bildungsstandards in der Berufsbildung“ einen ersten
Schritt in Richtung Kompetenzorientierung. Im Rahmen dieser
Initiative werden sowohl gegenstandsbezogene
(schulartenübergreifende) als auch berufsbezogene
(schulartenspezifische) Bildungsstandards formuliert. Diese setzen
sich aus einem Kompetenzmodell für den jeweiligen
Unterrichtsgegenstand/Fachbereich, das aus einer Handlungs- und
Inhaltsdimension besteht, den Deskriptoren an den Schnittpunkten von
Handlungs- und Inhaltsdimension und den Unterrichtsbeispielen, die
die Deskriptoren präzisieren, zusammen. Die Bildungsstandards in der
Berufsbildung setzen direkt am Kernprozess „Unterricht“ an,
beschreiben die erwarteten Lernergebnisse und stellen diese in
transparenter Form dar. Somit werden fach- und fächerübergreifende
Kernkompetenzen formuliert, die für die weitere schulische und
berufliche Ausbildung von Bedeutung sind. Dies fördert u.a. die
optimale Darstellung und Vergleichbarkeit von Lernergebnissen in
ganz Europa.